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Was ist eine A1-Bescheinigung?

Die A1-Bescheinigung dient Arbeitgebern und Mitarbeitenden als Nachweis, welche Rechtsvorschriften über die soziale Sicherheit für die*den Mitarbeitenden zur Anwendung kommen.

Bei Ausübung einer Tätigkeit in einem anderen Mitgliedstaat der EU/EFTA erfolgt die Bestimmung der Sozialversicherungszugehörigkeit auf Basis der Verordnung (VO) –EG- 883/2004. Danach unterliegen Mitarbeitende grundsätzlich den Sozialversicherungsvorschriften des Mitgliedstaates, in welchem sie ihre Beschäftigung tatsächlich ausüben (sog. Territorialitätsprinzip gem. Art. 11 Abs. 3 a) VO -EG- 883/2004). Dies gilt unabhängig davon, wo die Mitarbeitenden wohnen oder der Arbeitgeber seinen Sitz hat.

Die Verordnung sieht Ausnahmen unter anderem für Mitarbeitende vor, die gelegentlich bzw. zeitlich befristet eine Auswärtstätigkeit im Ausland ausführen (Entsendung). Dies gilt, sofern die voraussichtliche Dauer dieser Tätigkeit 24 Monate nicht überschreitet. Liegt ein Ausnahmefall nach der Verordnung vor, hat der Arbeitgeber beim zuständigen Träger eine A1-Bescheinigung zu beantragen. Liegt eine A1-Bescheinigung vor, unterliegen Mitarbeitende weiter dem Sozialversicherungsrecht des Heimatlandes. Gleichzeitig sind Mitarbeitende dann von der Anwendung des ausländischen Sozialversicherungsrechts befreit. Nach dem relevanten europarechtlichen Verständnis ist unter einer Entsendung auch jede Auslandsdienstreise zu verstehen. Eine zeitliche Bagatellgrenze ist in den einschlägigen Verordnungen (derzeit) nicht vorgesehen. Folglich ist für jede noch so kurze grenzüberschreitende Tätigkeit das Einholen und Mitführen einer A1-Bescheinigung notwendig. Dies gilt immer dann, wenn die Tätigkeit im Ausland auf Veranlassung des Arbeitgebers erfolgt, d.h. auch bei der Teilnahme an Konferenzen, Fortbildungen, Besprechungen etc.